Kleine Historie unseres Hauses

1859 gehört das Haus im Alten Steinweg dem Metzger, Wirt und Bierbrauer Daniel Heinemann. Es ist davon auszugehen, dass er dort auch sein Bier selbst braute. Nachfolger wird 1888 dessen Sohn Reihard-Friedrich Heinemann, auch schon Brauereibesitzer genannt. Reinhard Heinemann verstirbt 1900.

Die Witwe Elise Heinemann führt das Geschäft bis 1912 weiter. 1912 übernimmt August Eichholz die Gaststätte für ein Jahr, dann folgen 1913 die Wirte Martin und Heinrich Henning. 1920 wird Karl Dogerloh Pächter, welcher später in die „Pinke“ in die Schildgasse ging.
Zwischenzeitlich wird die Gaststätte „Stadt Frankfurt“ genannt.

1925 kauft der aus Flinsberg im Eichsfeld kommende Heinrich König das Objekt. Er bewirtschaftet es bis 1950.

Am 16.12. 1985 übernimmt Kurt König aus Wanfried, Spielautomatenaufsteller und Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Eschwege, zunächst als Pächter das Objekt um es dann im Jahre 1990 zu kauen.
Er war ein großer Freund des Landes Tirols, wo er regelmäßig seine Urlaube verbrachte. So lag es nahe, dess er bei dem nun stattfindenden Umbau die Einrichtung im Tiroler Stil vornahm. Der Gastraum wurde komplett neu eingerichtet, die im 1. OG leigenden Fremdenzimmer erneuert.
Es soll auch festgehalten werden, dass die neue Theke eine vergoldete Zappfsäule bekam (die erste ihrer Art in Eschwege). Dies geschah nicht um einen besonderen Reichtum zu zeigen, sondern einzig und allein aus Gründen der leichteren Pflege bei stark kalkhaltigen Wasser, wie es in Eschwege nun einmal ist.

Kurt König gab der Gaststätte einen neuen Namen. Nun war es der „Tiroler Hof. Am 23.6 1990 war die festliche Wiedereröffnung.

Von 1993 bis 2006 hatte das Objekt verschiedene Pächter. 2006 verkaufte Eva König das Anwesen an Jürgen Sukau aus Eschwege. Der „Tiroler Hof“ bekam wieder sinen alten Namen „Frankfurter Hof“ zurück und wird seit dem als Frühstückspension von Heidi Trebing und ihrem Team geführt.

Für Fachwerkinteressierte und Zimmerleute

Traufständiges repräsentatives Bürgerhaus mit Zwerchgiebel in der Eckbebauung zur Wallgasse. Der dreigeschossige Rähmbau mit geringem Geschoßüberstand ist um 1638 erbaut worden. Lebhaftes Fachwerk mit jüngerer Mannfigur an den Eckständern, die als Säulen geschnitzt und mit Flachschnitzerein geziert sind. Im 2. Obergeschoß sind halbe Mannfiguren an den Bundständern angeordnet. Die Dreiviertelstreben der Mannfiguren sind weit ausladend und gebogen. Am Eckständer sind Schiffskehlen, die Füllhölzer mit Flachschnitzerei geziert, die Schwelle ist abgefast und mit genasten Schiffskehlen besetzt. Vermutlich ins 19. Jh. ist durch Ausbau des Zwerchhauses ein 3. Obergeschoß aufgestockt worden. Die Balkenköpfe und das Rähm sind profiliert. Im Eingangsbereich ist die ursprüngliche Türeinfassung zu erkennen. Das Gebäude ist Kulturdenkmal aufgrund seiner künstlerischen und geschichtlichen Bedeutung mit ortsbildprägendem Fachwerkgefüge.